Das hatte ich mir anders vorgestellt…

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Wie ihr vielleicht schon auf Instagram mitbekommen habt, bin ich für vier Tage in die Niederlande gefahren. Ich war im September schon mal dort und habe mich total in das Land verliebt. Die kleinen verwinkelten Häuser, die sich an den Grachten entlang reihen, die Windmühlen und die Mentalität dieses kleinen Landes haben mich in ihren Bann gezogen. Letztes Jahr war ich ein paar Tage in Amsterdam und im Anschluss noch bei meinem Bruder in Delft, das ist ungefähr eine Stunde von Amsterdam entfernt und ist klein und wirklich malerisch – mit vielen kleinen Geschäften und Cafés.

Auch dieses Mal hatte ich alles so schön geplant: einige Tage in Delft verbringen und von dort aus verschiedene Städte besuchen. Am ersten Tag bin ich nachmittags angekommen und habe den restlichen Tag auch dort verbracht. Am nächsten Tag sollte es nach Den Haag gehen, am dritten Tag wollten wir Leiden besuchen. An meinem Abreisetag wollte ich morgens nach Amsterdam fahren, dort ein paar Stunden verbringen und dann in den Zug nachhause steigen. So weit, so gut. Zwar ein straffes Programm, aber auf meinen Reisen möchte ich immer so viel wie möglich aus meiner Zeit dort herausholen.

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Für mich ist es jedesmal wieder etwas ganz Besonderes aus dem Alltag auszubrechen und zu reisen. Die Welt zu entdecken. Um dann mit vielen Fotos, Erlebnissen und Erfahrungen im Gepäck wieder nachhause zu kommen. Natürlich ist es nicht leicht, sich als Studentin viele Reisen an ferne Orte leisten zu können, deswegen bin ich umso glücklicher, wenn es dann doch klappt. Die Niederlande sind direkt nebenan; eigentlich ist man viel zu selten dort. Die Zugtickets waren recht günstig und ein Hotel musste ich ja zum Glück nicht bezahlen. Perfekte Voraussetzungen also. Ich hatte mich riesig gefreut, vor meiner Klausurenphase noch mal verreisen zu können.

Und ebenso traurig war ich dann, als fast nichts so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Am zweiten Tag in Den Haag bin ich sehr viel gelaufen, was eigentlich für mich nicht ungewöhnlich ist. Klar, man ist nach so einem Tag kaputt. Mein rechter Fuß hat sich aber einfach dazu entschieden nicht mehr weiter zu laufen, und so wurde der Weg nachhause zu einer regelrechten Qual. All‘ das hochlegen am Abend half nichts, und so konnte ich meinen Fuß auch am nächsten Tag und für den Rest der Reise nicht wirklich belasten. Leiden fiel also aus und der Tag, der viele neue Fotos und Erlebnisse schaffen sollte, war gefüllt von schlechter Laune und auch ein paar Tränen. „Warum immer ich?“, dachte ich mir. Ich habe versucht, trotzdem in die Stadt zu laufen und musste nach nicht mal zehn Minuten wieder umkehren. Dazu hat es, sehr passend, auch noch in Strömen geregnet.

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Ich bin niemand der dann sagen kann „Naja, passiert halt mal. Bin ja nicht das letzte Mal unterwegs.“. Nein, natürlich nicht! Aber will doch jetzt was erleben! Jetzt und hier und sofort. Alles aus dem Tag herausholen und noch viel mehr! Im Moment leben. Alles sehen und entdecken. Mich treiben lassen und alles kennenlernen.
Aber diese Dinge passieren nun mal – ganz einfach. Das muss ich lernen. So hart es auch ist, so sehr ich mich auch gefreut habe. Dann heißt es aufstehen, den Dreck abschütteln und weiter machen. Oder lieber hinsetzen, mit so ’nem kaputten Fuß.

Das positive daran: Ich habe trotzdem viel gesehen. Viele Fotos gemacht und viel gelernt. Immerhin weiß ich jetzt dass ich noch mal wiederkommen werde. Und bis dahin schreibe ich über das, was ich in der kurzen Zeit erleben konnte. Bald findet ihr hieralso Travel Diaries von Amsterdam, Delft und Den Haag!

Melina

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(Fun Fact: Auf der Suche nach einem kühlenden Gel für meinen Fuß habe ich im Supermarkt beinahe Creme für …sagen wir mal das Hinterteil gekauft. Gotta love niederländisch.)

 

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8 Gedanken zu “Das hatte ich mir anders vorgestellt…

  1. Liebe Melina,
    du solltest dich wirklich nicht ärgern und mit kurzweiligem Handicap einfach mal eine andere Seite der Orte entdecken!
    Wer immer nur fit ist, sieht sicherlich meist nur die Dinge, die jeder andere auch sieht.
    Ein lahmlegender Fuß kann ja mal für einen Perspektivenwechsel sorgen.
    Mach immer das Bester aus deiner Situation, sonst wirst du deine Erlebnisse nicht genießen können 🙂

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  2. Hi Melina,
    in Amsterdam war ich schon mehrfach und mir geht es wie dir: ich finde diese Stadt bezaubernd. Ich werde in der Zukunft ganz sicher noch einmal dort hin fahren und dieses Mal dann hoffentlich auch ein bißchen mehr vom restlichen Land sehen.
    LG Melli

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  3. Ohje, ich ärgere mich über so etwas auch immer total. Doof, dass du so viel Pech hattest. Aber: Holland läuft ja zum Glück nicht weg. Das nächste Mal plan auf jeden Fall Leiden ein. Das ist so eine tolle Stadt!

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  4. Hallo Melina,
    Oje schade! Aber eine Grund mehr die Niederlande wieder zu besuchen! 🙂 Hast ja trotzdem wunderschöne Bilder mitgebracht 🙂

    Ganz lieben Gruß aus Zwolle! 🙂

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